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FlyLady-Methode

…oder die magische Küchenspüle

Hast du schonmal von der FlyLady-Methode gehört?

Wie würdest du deinen Haushalt beschreiben?

  • Herrscht bei dir Chaos und Unordnung?
  • Ist alles super aufgeräumt, hier und da könnte es aber noch besser laufen?
  • Gerätst du in Stress, bevor Besuch kommt?

Wieviel Zeit verbringst du damit, bis alles ordentlich und sauber ist? Und hast du Spaß dabei oder ist der Haushalt für dich eher lästige Pflicht?

Wäre es nicht toll, wenn sich der Haushalt fast nebenbei, quasi wie von selbst, macht? Vielleicht kann dir die Arbeit im Haushalt sogar Spaß machen?

Spätestens seit ihrer Netflix-Serie oder ihrem Buch „Magic Cleaning“ ist Marie Kondo mit ihrer KonMari-Methode in aller Munde. Sie gibt Tipps zum richtigen Aufräumen. Und jetzt sagst du vielleicht: „Och nö, nicht noch so ein Ratgeber zum Aufräumen“. Da hast du natürlich Recht. Aber wärst du hier gelandet, wenn die Ratgeber, die dir bisher über den Weg gelaufen sind, für dich perfekt funktionieren? Na also! Und wenn du Fan der KonMari-Methode bist, umso besser. KonMari und FlyLady lassen sich nämlich wunderbar kombinieren.

Also wenn du Lust hast, noch so eine Aufräum-Methode auszuprobieren und das Putzen, Aufräumen und Sauberhalten in deinem Haushalt optimieren willst, dann lege ich dir die FlyLady-Methode ans Herz. Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du mit dieser Methode nie wieder große Putzaktionen starten musst und trotzdem immer Ordnung in der Bude hast. Dein Zuhause wird mit wenig, aber regelmäßigem Aufwand dauerhaft aufgeräumt und sauber sein. Mit der FlyLady-Methode wirst du nie wieder peinlich berührt sein, wenn es an der Tür klingelt, denn dein Heim wird immer vorzeigbar sein.

Willst du wissen, wie du deinen Haushalt entspannt und mit Spaß in den Griff bekommst? Und warum ist meine Küchenspüle eigentlich magisch? Dann lies weiter.

Ich erkläre dir, was die FlyLady-Methode ist, welche Kernelemente sie hat und wie ich sie in meinem Haushalt anwende.

Wer ist denn jetzt diese FlyLady?

Die Frau, die hinter der FlyLady-Methode steckt, ist die Amerikanerin Marla Cilley, bekannt als die FlyLady. Sie ist Expertin fürs Ausmisten, Aufräumen und Sauberhalten.

Und warum heißt sie FlyLady? Ganz einfach, ihr Hobby ist Fliegenfischen, also „Fly“ wie „Fliege“. Inzwischen steht das FLY in ihrem Namen aber auch für „finally love yourself“, also „sich selbst lieben“.

Und was ist das Ziel der FlyLady-Methode?

Finally love yourself. Das ist das große Ziel. Mit der FlyLady-Methode schaffen wir durch Ausmisten, Aufräumen und Sauberhalten eine Wohlfühlumgebung. Wir sorgen mit ganz einfach umsetzbaren Methoden für ein schönes Zuhause für uns und unsere Familie. So entsteht ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit. Mit der richtigen Methode können wir eine völlig neue Einstellung zum Putzen gewinnen. Die Aufgaben im Haushalt werden nicht mehr nur lästige Pflicht sein, sondern ein Weg, um Freude und Zufriedenheit zu erzeugen. Dann werden sie uns auch viel leichter fallen.

Mit der FlyLady-Methode erreichen wir, dass wir uns zu Hause wohl fühlen. Und das jeden Tag.

Wir werden nicht mehr in panische Putzaktionen verfallen (müssen), wenn sich Besuch ankündigt.

Und weil sich mit der FlyLady-Methode der Haushalt fast wie von selbst macht, schieben wir nicht mehr stundenlange Putzorgien vor uns her.

Wir gewinnen so wertvolle Zeit für unsere Familie. Wir haben nicht mehr im Hinterkopf, was wir noch alles erledigen müssen, sondern können einfach unsere Familienzeit genießen. Ideen, wie du eure gemeinsame Zeit gestalten kannst, findest du unter dem Menüpunkt Gemeinsame Zeit.

Und das funktioniert?

Ich bin im Sommer 2018, auf die FlyLady-Methode gestoßen. Bis dahin hatte ich bereits einen Plan, nach dem ich meinen Haushalt bearbeitet habe. Nur funktioniert hat er nicht. Das Chaos in der Bude konnte ich einfach nicht beherrschen. Selbst nach einem Putzmarathon war in kürzester Zeit alles wieder unordentlich. Deshalb bekam die Fly-Lady-Methode nun ihre Chance.

Anfangs habe ich mir nur einen kleinen Teil davon abgeguckt und nach und nach ist immer mehr hinzugekommen.

Und nun kann ich sagen: „Es funktioniert.“

Hier im Haus herrscht eine neue und vor allem anhaltende Ordnung. Wenn ich mich umsehe verspüre ich Zufriedenheit und Stolz. Ich bin so dankbar, dass ich die FlyLady-Methode entdeckt habe.

Wie du das auch schaffst, möchte ich dir gern zeigen.

Und wie geht das?

Also, du nimmst dir eine Woche Urlaub. Zuerst rennst du in den nächsten Supermarkt und kaufst dir Spülmittel, Gummihandschuhe, Badreiniger, Lappen…

Nein nein, Halt! Stop!

Nicht nötig. Die FlyLady-Methode funktioniert anders.

Du brauchst dir keinen Urlaub dafür nehmen und du brauchst keine große Vorbereitung. Die FlyLady-Methode ist KEIN Putzmarathon.

Also wenn du das magst, darfst du gern erstmal einen Putzmarathon machen. Aber das Grundprinzip der FlyLady-Methode basiert auf täglichen kleinen Arbeitsschritten, die Babysteps, und Routinen.

Du kannst jederzeit einsteigen. Wenn du gerade im Chaos untergehst, nutzt du die FlyLady-Methode zum Ausmisten, ansonsten um deinem Haushalt noch den letzten Schliff zu geben.

Die Kernelemente der FlyLady-Methode

Babysteps – Mini-Schritte

Wichtigster Leitgedanke der Flylady: „Dein Zuhause ist nicht an einem Tag im Chaos versunken. Es wird auch nicht an einem Tag wieder ordentlich„.

Also von dem Gedanken, dass nach einem Tag alles blitzt und glänzt, verabschieden wir uns schonmal. Wir nehmen den Druck raus und betrachten das Ganze langfristig. Die Grundidee ist, jeden Tag ein bisschen zu machen. Davon hast du mehr und länger etwas, als wenn du nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip eine große Putzaktion startest. Nach so einer Aktion bist du wahrscheinlich völlig müde und KO. Im schlimmsten Fall verlierst du die Motivation und bald darauf zieht doch wieder das Chaos ein.

Stur nach Putzplan putzen war gestern. Wir wollen es lieber einfach und entspannt angehen und kontinuierlich kleine Schritte machen.

Alle Schritte sind einfach umzusetzen und lassen sich rasch in den Alltag integrieren.

Schon 15 Miuten täglich fokussiert entrümpeln, aufräumen oder putzen reichen für ein dauerhaft ordentliches Zuhause aus.

Der Timer

Damit du dich nicht in Details verlierst und plötzlich doch von deiner eigentlichen Aufgabe abkommst, benötigst du einen Timer. Einige Elemente der FlyLady-Methode beschränken sich auf 5, 10 oder 15 Minuten. Einerseits weißt du so, du bist bald wieder von einer eventuell unliebsamen Aufgabe erlöst. Andererseits hilft es dir, wirklich fokussiert an dieser Aufgabe dran zu bleiben. Denn wenn der Timer sich meldet, ist die Zeit abgelaufen und du willst doch bis dahin was geschafft haben, oder?

Routinen

Routinen und feste Gewohnheiten sind die Basis der FlyLady-Methode. Sie helfen dir dranzubleiben und deinen Haushalt blitzeblank zu halten.

Wenn etwas zur Gewohnheit geworden ist, dann geht es uns leicht und schon fast automatisch von der Hand. Wir müssen nicht mehr darüber nachdenken und uns nicht mehr dazu aufraffen. Bis einzelne Schritte aber wirklich zum Automatismus werden braucht es etwa 28-30 Tage in denen wir die Schritte kontinuierlich wiederholen. Es heißt also beständig dran bleiben und das Ziel – ein schönes Zuhause – nicht aus den Augen verlieren.

Um nicht schnell wieder aufzugeben, weil du dich übernommen hast, nimm lieber erstmal nur eine Sache in die Routine auf. Und wenn diese feste Gewohnheit geworden ist, kannst du weitere hinzunehmen.

Die FlyLady stellt in ihrem Buch „Die magische Küchenspüle“ die Morgen- und die Abendroutine vor.

Also eine Abfolge von Schritten, die wir jeden Morgen und jeden Abend durchführen.

Wahrscheinlich hast du bereits eine Morgen- und Abendroutine. Du gehst sicher nach dem Aufstehen ins Bad, putzt dir die Zähne und kämmst dir die Haare. Siehst du?! Mit der FlyLady-Methode kommen einfach noch ein paar Schritte zu dieser Routine hinzu.

Zonen

Damit wir uns nicht verzetteln kümmern wir uns jede Woche nur um einen festgelegten Bereich – eine Zone. Das machen wir aber im Detail und nach Plan.

Jeder Zone sind feste Aufgaben zugeordnet, die in der jeweiligen Woche gründlich zu erledigen sind. Als erstes nutzen wir unsere Zonenzeit jedoch, um auszumisten, denn Gerümpel kann man nicht aufräumen. Also jeden Tag wird in der aktuellen Zone ausgemistet.

Wenn wir damit fertig sind, kümmern wir uns um Aufgaben wie:

  • Spinnweben entfernen
  • Flecken von den Wänden entfernen
  • Horizontale Flächen aufräumen und Staub wischen
  • Türen und Türklinken abwischen
  • Lichtschalter und Steckdosen abwischen
  • Vertikale Flächen abwischen
  • Fußleisten abwischen
  • Boden saugen und wischen

Je nach Zone gibt es natürlich noch spezifische Aufgaben zu erledigen, wie Betten beziehen, Küchengeräte reinigen, Polster reinigen usw.

Die FlyLady-Methode sieht 5 Zonen vor. So kommt man in einem Monat, der ja aus (fast) 5 Wochen besteht, einmal durchs ganze Heim. Wenn du nur 5 Räume hast, perfekt. Ansonsten gruppierst du Räume, in denen ähnliche Aufgaben anfallen, zu einer Zone. Zu jeder Zone erstellst du einen Zonenplan mit den dort anfallenden Aufgaben.

Wer jetzt schluckt und denkt: „da werd ich ja nie fertig“

Durchatmen!

Denk dran, die FlyLady-Methode funktioniert mit Babysteps. Also nehmen wir uns jeden Tag nur eine Viertel Stunde für die Zonenarbeit vor. Also eine Viertel Stunde ausmisten oder die Zonenaufgaben erledigen.

Und wie fühlt es sich jetzt an? Nur 15 Minuten täglich. Da fällt es doch schon viel leichter, sich ans Werk zu machen, oder?

Homeblessing

Für die wöchentliche Grundreinigung, das Homeblessing, ist eine Stunde eingeplant.

Auch das Homeblessing folgt einem festen Plan. Die FlyLady-Methode sieht dafür einmal wöchentlich jeweils 10 Minuten für die folgenden Aufgaben vor:

  • Staub wischen
  • Böden saugen
  • Böden wischen
  • Spiegel und Türen reinigen
  • Prospekte aussortieren
  • Müll einsammeln und rausbringen

Entrümpeln.

Gerümpel kann man nicht aufräumen. Wenn das Zuhause vollgestopft ist mit Kram nützt selbst das beste System nichts.

Sind die Schränke vollgestopft oder sammelt sich auf den Flächen immer wieder Zeug? Dann ist es höchste Zeit, sich von Dingen zu trennen und den bleibenden Dingen einen festen Platz zuzuweisen. Je weniger herum steht und je klarer es ist, wo die Dinge hingehören, umso leichter ist es, die Flächen aufzuräumen und sie zu putzen. Und du wirst dich in deinem Zuhause umso wohler fühlen.

Aber keine Angst, auch das geschieht nicht in einer einzigen riesigen Aktion, sondern ebenfalls in vielen kleinen Babysteps.

27-Teile-Boogie

Vielen Menschen fällt das Ausmisten schwer. Um es zu erleichtern und sich auch beim Entrümpeln nicht zu verzetteln tun wir es in kleinen Schritten. Dazu stellt die FlyLady den 27-Teile-Boogie vor, mit dem wir das Ausmisten spielerisch angehen können.

Auch hierfür stellen wir einen Timer auf 15 Minuten. Dann gehen wir durch unser Zuhause auf der Suche nach 27 Teilen, die unser Haus verlassen können.

Stelle dir Fragen wie:

  • Was brauchen wir nicht mehr?
  • Was mögen wir nicht mehr?
  • Ist etwas kaputt und hat ausgedient?

Haben wir 27 Teile gefunden oder sind die 15 Minuten vorbei, hören wir auf. Zeitnah sorgen wir dafür, dass die Dinge auch wirklich unser Zuhause verlassen. Manches kommt sofort in den Müll. Anderes in einen Sack zum Verschenken oder Verkaufen. Wenn du mitzählst, wieviel Zeug du im Monat losgeworden bist, kann das ein Extra-Motivator sein. Im Internet, z.B. in der „Magic Home“-Facebook-Gruppe gibt es sogar Challenges dazu.

Und wenn du wie blockiert bist und nicht so recht weißt, wovon du dich trennen könntest, schau doch mal in meine Checkliste zum Ausmisten. Dort findest du nach Kategorien gruppiert Dinge und Kriterien, nach denen du dein Heim durchsuchen kannst. So findest du garantiert Dinge zum Ausmisten.

Maßnahmen zur schnellen Rettung

Trotz aller Routinen und stetigem Dranbleiben kommt es doch immer mal wieder vor, dass Chaos entsteht. Gerade Familien mit Kindern wissen, wie schnell das geht. Doch auch dafür hat die FlyLady Lösungen parat, die 5-Minuten-Raumrettung und die HotSpot-Beseitigung.

5-Minuten-Raumrettung

Sollte ein Raum im Chaos versinken, stell dir einen Timer auf 5 Minuten und dann geht’s los. Räume 5 Minuten fokussiert, konzentriert und so flott du kannst in diesem Raum auf. Bringe Herumliegendes an seinen Platz und sammle Dinge, die nicht in den Raum gehören, am besten in einem Korb. Die bringen wir dann später an ihren Platz.

Du wirst staunen, was alles in 5 Minuten zu schaffen ist. Und schon ist der Raum wieder vorzeigbar.

HotSpots

HotSpots sind Bereiche, die dazu neigen, immer wieder „zugemüllt“ zu werden. Bei uns ist das der Esstisch, die Bank im Flur und ein Teil der Arbeitsfläche in der Küche.

Bei der HotSpot-Beseitigung kümmern wir uns NUR um diesen einen Bereich und räumen ihn auf.

Control Journal

Die FlyLady empfiehlt, ein Control Journal zu führen. Das ist sowas wie ein Notizbuch, in das du alle Routinen-Schritte und Zonen-Aufgaben einträgst. Idealerweise baust du dir noch eine Möglichkeit ein, die erledigten Schritte abzuhaken. So vergisst du nichts.

Der erste Babystep – die magische Küchenspüle

Klingt alles nach ganz schön viel Arbeit, was? Aber du erinnerst dich ja sicher, wir wollen nicht alles auf einmal machen, sondern immer nur Babysteps.

Also was steht als Erstes auf dem Plan?

Das gibt die FlyLady-Methode ganz klar vor. Alles beginnt in der Küche, dem Herz deines Heims, mit einer sauberen Küchenspüle. Wenn die Spüle aufgeräumt ist, sieht der ganze Raum ordentlich aus und zaubert dir ein Lächeln ins Gesicht. Und von dort aus breitet sich die Ordnung in unserem Heim sozusagen magisch aus. Daher kommt auch der Buchtitel „Die magische Küchenspüle“, wo du alles im Detail nochmal nachlesen kannst.

Wir beginnen also damit, dass wir unsere Küchenspüle grundreinigen. Wir räumen das Spülbecken frei. Schmutziges Geschirr wandert direkt in die Spülmaschine. Nun weichen wir die Spüle ein. Gegen Kalkablagerungen oder andere hartnäckige Verschmutzungen versuche mal ein mit Essig oder Zitronensaft- oder -säure getränktes Tuch draufzulegen und einwirken zu lassen. Die Armaturen entkalken wir ebenfalls mit Essig oder Zitronensäure oder -saft. Schließlich wird alles gründlich abgespült, ordentlich abgewischt und mit einem Tuch trocken gerieben. Die Küchenspüle soll am Ende so glänzen, als wäre sie nigelnagelneu. Je nach Material der Spüle sorgt ein Tropfen Öl für extra Glanz.

Das erste neue Element in unserer Abendroutine…

Und von nun an bekommt das Sauberhalten der Küchenspüle einen festen Platz in unserer Abendroutine.

Nach der ersten Grundreinigung sollte tägliches Auswischen und Trockenwischen reichen, um die Spüle dauerhaft sauber und glänzend zu halten. Wir reinigen sie von nun an also jeden Abend. Das sollte nur 1-2 Minuten dauern und zaubert uns ein erstes Lächeln ins Gesicht, wenn wir morgens die Küche betreten.

Probiere es aus! Dieses Gefühl, wenn du morgens eine aufgeräumte Küche betrittst oder dich zumindest schonmal die Küchenspüle anstrahlt ist wunderbar. Dieser Hauch von Zufriedenheit kann alles verändern.

Motiviert durch dieses erste Erfolgserlebnis kannst du nun starten, die beschriebenen Elemente der FlyLady-Methode in deinen Alltag einzubauen. Ich zeige dir nun wie ich es für mich umsetze.

Und so habe ich die FlyLady-Methode in meinen Alltag integriert

Routinen haben sich für mich als das wichtigste Werkzeug erwiesen. Wir alle haben unterschiedliche Gewohnheiten und Bedürfnisse und so sollte sich jeder seine eigenen Routinen überlegen und aufschreiben.

Hier möchte ich kurz meine vorstellen.

FlyLady-Methode: Meine Morgen- und Abendroutine

Ich habe sie in meinem Bullet Journal festgehalten. Das Bullet Journal ist sozusagen mein Control Journal. Ich nutze es allerdings noch für viel mehr, als meine Routinen und Zonen.

Wie das mit Routinen so ist, sie gehen nach einigen Wiederholungen in Fleisch und Blut über. Inzwischen muss ich nicht mehr nachschauen, welcher Schritt als nächstes dran ist. Trotzdem lohnt es sich, sie aufzuschreiben, so selbstverständlich die Schritte auch scheinen mögen. So kann man im Zweifel nochmal nachschauen und bei Bedarf die Abläufe nochmal neu planen oder an neue Lebensumstände anpassen.

Ich habe zum Beispiel Müll rausbringen als einen der letzten Schritte in der Morgenroutine aufgeschrieben. Im Laufe der Zeit habe ich dann bemerkt, dass ich so unnötigerweise extra dafür nochmal die Treppe hoch muss. Also werde ich in der nächsten Version noch einen Schritt nach dem Fenster schließen ergänzen: „den Müll mit runter nehmen.“

Die Bleistiftmarkierungen stammen noch aus den Anfängen. Da brauchte ich noch mehr als eine Stunde für die Morgenroutine und drei Stunden für die Abendroutine. Inzwischen bin ich deutlich schneller. Ich brauche ca. eine dreiviertel Stunde an Wochentagen bis ich inklusive beider Kinder morgens startklar bin. An den Wochenenden gehen wir es dann gemütlicher an.

Mittags- und Nachmittagsroutine

Ich vergesse gern mal genügend zu essen und zu trinken und vernachlässige gelegentlich das Pflegen von Kontakten. Deshalb habe ich zusätzlich zur Morgen- und Abendroutine noch eine Mittags- und Nachmittagsroutine eingeführt.

Sie sollen mich daran erinnern und somit sind diese Dinge fest eingeplant. Schließlich steht FLY auch für Finally love yourself. Und dieser Plan hilft mir, für mich selbst zu sorgen.

Meine Mittags- und Nachmittagsroutine zusätzlich zur von der Flylady vorgeschlagenen Morgen- und Abendroutine

In meiner Tagesplanung im Bullet Journal ist täglich auch eine Hausroutine vorgesehen. Dieser Plan enthält alles, was ich neben der Morgen- und Abend-Routine für ein ordentliches Zuhause brauche.

Die Hausroutine hat für mich etwa einen Zeitumfang von 2 Stunden. Daher schaffe ich sie keinesfalls täglich in vollem Umfang, aber das macht auch nichts. Allein durch die Morgen- und Abendroutine ist die tägliche Grundordnung geschaffen.

Und so sieht sie aus.

FlyLady-Methode meine Hausroutine
Meine Hausroutine mit Elementen der FlyLady-Methode

Raumrettung

Ich rette nicht nur einen Chaos-Raum, wie es in der FlyLady-Methode angedacht ist. Sondern ich rette das ganze Haus und bringe herumliegende Dinge an ihren Platz. Meine Devise dabei: „Geh nie mit leeren Händen.“

Wenn ich also etwas an seinen Platz bringe, nehme ich dort herumliegende Dinge gleich mit. Die bringe ich im nächsten Schritt an ihren Platz.

Die Nutzung von Körben für Dinge, die in einen anderen Raum gehören, hat sich bei mir jedoch nicht durchsetzen können.

Anfangs habe ich gut eine Stunde oder mehr mit der Raumrettung zugebracht. Inzwischen haben die meisten Dinge aber ihren Platz gefunden. Es liegt insgesamt weniger herum, so dass ich nur noch 5-10 Minuten brauche, um Herumliegendes an seinen Platz zu räumen.

A washload a day keeps Mount Washmore away

Zu meiner Abendroutine gehört das Programmieren der Waschmaschine für den nächsten Morgen. Nun wartet also frisch gewaschene Wäsche auf mich. Also los! Trockene Wäsche vom Trockner nehmen und falten und frisch gewaschene aufhängen. Anschließend sortiere ich die trockene Wäsche ein und bringe im Haus verteilte Schmutzwäsche zur Waschmaschine. Falls ich damit nochmal eine Maschine voll bekomme, stelle ich sie direkt nochmal an. Das passiert aber sehr selten, wenn ich diese Routineaufgabe täglich erledige.

Wer gern bügelt, kann das hier in diesem Schritt mit erledigen. Ich spar mir das. Die Glätte der luftgetrockneten Wäsche reicht uns aus. Hehe.

Gießen

Damit auch die lieben Pflänzchen nicht dursten müssen, haben sie auch einen Platz in meiner Hausroutine. Wer also Durst hat, bekommt einen Schluck Wasser, inklusive mir selbst.

Zonen

Nun beginnt meine Zonenarbeit. Ich benutze keinen Timer für die 15 Minuten in der Zone, sondern schau lieber auf die Uhr. So reißt es mich nicht aus dem Tun raus. Erst wenn ich einen Teil abgeschlossen habe, schaue ich wieder bewusst auf die Uhr.

Ich habe auch keine 5 Zonen in meinem Plan, sondern betrachte jeden Raum als eine Zone. Ich habe sie mir ins Bullet Journal geschrieben, um bei Gelegenheit nochmal nachschauen zu können.

Meine von der FlyLady-Methode abgewandelten Zonen und Zonenaufgaben

Die Reihenfolge entspricht dem Weg durchs Haus, so dass ich auch ohne nachzusehen weiß, welche Zone gerade dran ist. Für den Fall der Fälle ist die aktuelle Zone aber immer in meiner Wochenübersicht im Bullet Journal zu finden. Doch dazu mehr im Beitrag über das Bullet Journal im Alltag.

Die zu erledigenden Aufgaben habe ich mir direkt darunter aufgeschrieben. Ich habe sie keiner bestimmten Zone zugeordnet, sondern einfach alle in unserem Haus anfallenden Aufgaben notiert. Ich fange in einer Zone immer mit der Aufgabe links an. Die Büroklammer markiert mir bis zu welcher Aufgabe ich gekommen bin und wo ich am nächsten Tag wieder einsteige.

Und dann geht es auch schon los. Blick auf die Uhr und die Aufgaben fokussiert und zügig abgearbeitet. 15 Minuten später, Stop! Nächste Aufgabe!

Durch den Schnitt, 1 Raum je Zone, brauche ich nicht immer die ganze Woche, um alle Aufgaben zu erledigen. Dann habe ich entweder den Rest der Woche frei oder nutze die 15 Minuten für Bereiche, die es nötig haben.

27-Teile-Boogie

Mein Lieblingselement und mein Motivator für die ungeliebten Zonenaufgaben. Denn den Boogie tanze ich erst, wenn die Zonenarbeit getan ist. Ich mag es gern automatisiert. Ich will nicht nachdenken müssen, wo ich jetzt anfange zu suchen. Also gibt mir die Stelle, wo ich mit der Zonenarbeit aufgehört habe, vor, wo ich jetzt mit dem Boogie anfange. Dort schaue ich mich nun im Radius von ca. einem Meter nach Dingen um, die unser Haus verlassen können. Und wenn dort nichts mehr zu finden ist, geh ich sozusagen im Uhrzeigersinn in Meter-Schritten durchs Haus und schaue weiter.

Ich tanze den Boogie nahezu täglich. Deshalb betrachte ich auch ganz kleine Sachen, wie nicht mehr benötigte Zettelchen oder Verpackungen als ein Teil. Also alles, was das Haus verlässt. In der Küche esse ich dann auch schonmal einen Apfel oder so, während ich weiter suche und zähle ihn mit. Hehe.

HotSpots

Ich habe 3-4 Hot Spots, wo immer wieder Unordnung entsteht. Jedoch ist deren Beseitigung schon durch meine Morgen- und Abendroutine abgedeckt. Deshalb betrachte ich jede Fläche oder jedes Regal- oder Schrankfach als einen Hot Spot.

Für die HotSpot-Beseitigung nehme ich mir wieder 15 Minuten. Und weil ich es immer noch automatisiert mag, starte ich dort, wo der 27-Teile-Boogie aufgehört hat.

Hier ist jetzt zügig ausräumen, aussortieren, auswischen und wieder einräumen angesagt.

15 Minuten aufräumen

Diese Aufgabe ist kein Element der FlyLady. Das habe ich selbst eingeführt. Hier steht nicht Quantität, sondern Qualität im Fokus.

Ich nehme mir den nächstgelegenen HotSpot vor. Ja ja, automatisiert und so… Dort gehe ich mit aller Sorgfalt und Ruhe vor. Ich sortiere aus und überlege, ob es einen geeigneteren festen Platz für die Dinge im HotSpot gibt.

Ich überlege, ob es hier noch eine größere Aufgabe gibt. Das kann zum Beispiel ein anzunähender Knopf sein. Diese Aufgabe schreibe ich dann ins Bullet Journal, um sie für später einzuplanen.

Und nicht vergessen: das Fach oder die Ablage auswischen.

Auch diesen Teil meiner Hausroutine liebe ich. Es hat schon fast was Meditatives, sich einem Teil des Haushalts auf diese Weise zu widmen. Man kümmert sich auch mal um Dinge, die sonst völlig in Vergessenheit geraten.

Tagesaufgabe und Putzalarm

Wenn ich bis zu diesem Punkt gekommen und noch motiviert bin, gibt es noch eine Tagesaufgabe. Das ist sozusagen die Extrameile. Ich besuche dazu die Facebook-Gruppe Magic Home (Die ist sooo toll) und die App Putzalarm. Letztere ist aktuell wegen technischer Probleme nicht verfügbar, aber ich hoffe, sie geht wieder online. Dort gibt es täglich eine Tagesaufgabe.

Eine gute Anlaufstelle für eine Extrameile ist auch die FlyLady-Webseite.

Die Tagesaufgaben finde ich besonders toll, weil ich nach deren Erledigung meist ein besonders starkes Gefühl der Zufriedenheit verspüre.

Saugen

Und zu guter Letzt wird noch einmal schnell durchgesaugt. Aber wirklich nur grob. Keine Möbel verrücken oder so. Bis hierhin habe ich ja meist einiges an Staub aufgewirbelt.

Homeblessing

Eigentlich gehört gründliches Saugen dann zum wöchentlichen Homeblessing. Auch dafür habe ich einen Abschnitt im Bullet Journal.

Allerdings kann ich mich nicht aufraffen, wenn ich daran denke, dass ich jetzt eine Stunde Hausputz machen soll. Ich brauch eben wirkliche Babysteps.

Ich habe mir stattdessen nun die einzelnen Aufgaben auf bestimmte Wochentage gelegt und somit jeweils deutlich kleinere Aufgabenpakete vor mir. Mehr dazu findest du in meinem Beitrag darüber, wie ich das Bullet Journal für die Organisation meines Alltags nutze.

Wie du die FlyLady-Methode für dich nutzen kannst

Und? Hab ich dich jetzt erschlagen mit all den Aufgaben? Das war natürlich nicht meine Absicht. Oder bist du motiviert und planst direkt etwas davon umzusetzen?

Wie du siehst, besteht die FlyLady-Methode aus verschiedenen kleinen und schnell umsetzbaren Elementen. Also gibt es keine Ausreden.

Der Einstieg

Egal, wie es gerade um deinen Haushalt steht, du kannst jederzeit einsteigen.

  • Beginne am Besten mit einer sauberen Küchenspüle und lass den Zauber dort beginnen.
  • Überlege dir Routinen. Welche Aufgaben kannst du direkt morgens nach dem Aufstehen schon erledigen? Was passt Abends, bevor du ins Bett gehst, gut für dich? Was hilft dir, stressfrei in den nächsten Tag zu starten? Mach dir einen Plan und schreib dir ruhig alle Schritte auf.
  • Wie kannst du die vorgestellten Werkzeuge, wie Zonenarbeit, Hotspot-Beseitigung, Homeblessing usw. gut in deinen Alltag integrieren? Vielleicht direkt nach der Arbeit oder passt eine andere Tageszeit besser? Plane es fest ein. Führst du einen Terminplan oder auch ein Bullet Journal? Dann trag es dir am besten als festen Termin ein.

Ich habe, wie du siehst, die Grundprinzipien für mich übernommen und hier und da auf meine Bedürfnisse angepasst. Am besten du probierst die Methoden der FlyLady erstmal 3-4 Wochen lang aus, um sie zur Gewohnheit zu machen.

Wenn es sich dann an der einen oder anderen Stelle unrund anfühlt, passe die Methoden für dich etwas an.

Nicht aufgeben! Und denk daran, dein Zuhause ist nicht an einem einzigen Tag unordentlich geworden. Erfreue dich also an den kleinen Fortschritten. Je länger du dran bleibst, umso mehr wirst du sehen, wie sich die Ordnung und Sauberkeit ausbreitet.

Das Wichtigste ist, dass es dir leicht fällt und Spaß macht. Wenn du dich nicht erst zu den Aufgaben aufraffen musst, genau dann ist es richtig.

Noch eine Extraportion FlyLady gefällig?

Möchtest du noch mehr FlyLady? Dann besuche die von Marla Cilley gegründete FlyLady-Webseite in englisch. Dort gibt es Tagesaufgaben, Zonenpläne und -aufgaben, Tages- und Wochenpläne und vieles mehr.

Bevorzugst du es auf deutsch? Dann schau doch mal hier und melde dich für den Crashkurs an. Dann begleitet dich 14 Tage lang täglich eine E-Mail, die Elemente der FlyLady-Methode in deinen Alltag zu integrieren.

Wenn du noch Fragen oder Anmerkungen zur FlyLady-Methode oder zu meinen Anpassungen hast, schreib gern unter diesen Artikel einen Kommentar. Du kannst auch meine Kontakt-Seite besuchen, um mir eine Nachricht zu schicken.

Und nun wünsche ich dir einen guten Flug durch deinen Haushalt.

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