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Bullet Journal im Alltag – Planen, Überblick behalten, Zeit gewinnen

Auf meiner „Über mich“-Seite oder im Beitrag über die FlyLady-Methode hast du ja nun schon von der Bullet-Journal-Methode gelesen. Ich nutze das Bullet Journal im Alltag, um die Haushaltsführung und alles, was so ansteht, zu organisieren. Und da ist er nun: Mein Bullet-Journal-Artikel.

Ich zeige dir, wie die Bullet-Journal-Methode funktioniert und wie ich mein Bullet Journal im Alltag nutze. Vielleicht probierst du es auch mal aus.

Führst du bereits ein Bullet Journal? Dann schau doch mal, ob die ein oder andere Idee auch etwas für dich ist.

Übrigens, die Abkürzung für Bullet Journal ist BuJo.

Bullet-Journal-Methode: Wer hat’s erfunden?

Nein, nicht die Schweizer. Ein Österreicher war’s. Er heißt Ryder Carroll und ist in Wien geboren und aufgewachsen. Heute lebt er in New York.

Seine Bullet-Journal-Methode ist quasi aus der Not heraus entstanden und eher durch Zufall berühmt geworden. Ryder Carroll litt nämlich am Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ADS.

Dementsprechend fiel es ihm schwer, sich im Alltag zu konzentrieren und seine Termine und Gedanken zu organisieren. Viel zu leicht ließ er sich vom Wichtigen ablenken, bis er sich von Selbstzweifeln und der Last unerledigter Verpflichtungen erdrückt fühlte.

Die ordentlich und diszipliniert geführten Terminplaner seiner Mitschüler faszinierten ihn. Und so begann Ryder Carroll seine Gedanken, Todos und Termine in einem einfachen Notizbuch festzuhalten und zu ordnen. Es entstand ein praktisches Werkzeug, welches zugleich Terminplaner, Tagebuch, Notizbuch, Todo-Liste und Skizzenbuch war – Das Bullet Journal.

Zunächst war es nur sein ganz eigenes System, doch im Laufe der Jahre ergab es sich einige Male, dass er Kollegen und Bekannten, die sich „verzettelt“ hatten, helfen konnte, indem er ihnen von seinem System erzählte. Und schließlich beschloss er, seine Bullet-Journal-Methode zu optimieren und für alle zugänglich zu machen.

Seine Methode war so einfach wie genial und seit seiner Veröffentlichung begeistert sie Millionen von Menschen und inspiriert sie, ein Bullet Journal im Alltag zu nutzen.

Also was ist die Bullet-Journal-Methode überhaupt?

Es handelt sich also um ein einfaches Notizbuch. Außer einem leeren Notizbuch und einem Stift brauchst du erstmal nichts weiter, um zu starten.

Dieses Notizbuch füllen wir mit allem, was uns hilft, unseren Alltag zu strukturieren und achtsamer, konzentrierter und produktiver zu sein.

Ryder Carroll beschreibt in seinem Buch „Die Bullet Journal Methode“ detailliert, wie er das mit seiner Methode macht und wie auch du ein Bullet Journal im Alltag nutzen kannst.

Letztendlich ist das Führen eines Bullet Journals aber etwas ganz individuelles.

Ich zeige dir hier ein paar Grundelemente der Bullet-Journal-Methode. Ein paar Auszüge aus meinem BuJo werden dir demonstrieren, wie ich das Bullet Journal im Familienalltag nutze.

Und ich schlage vor, du pickst dir einfach das raus, was für dich gut passt.

Ein Bullet Journal im digitalen Alltag

Vielleicht fragst du dich, warum du deinen Alltag in einem Bullet Journal auf Papier organisieren sollst, wenn es inzwischen die tollsten digitalen Lösungen gibt. Dein Handy zum Beispiel hast du immer in der Nähe. Es kann deine Aufgaben und Termine festhalten und dich rechtzeitig daran erinnern. Du musst noch nicht mal selbst tippen, sondern es kann durch Spracherkennung deine Notizen speichern.

Doch das Aufschreiben per Hand kann noch mehr.

Das Handschreiben löst Verknüpfungen und Prozesse im Gehirn aus, die es beim Tippen auf einer Tastatur nicht gibt. Dinge, die wir handschriftlich festhalten erinnern wir besser, als wenn wir sie tippen. Durch das Aufschreiben im Bullet Journal, speichern wir Termine und Aufgaben also gleichzeitig auch in unserem Gehirn und laufen weniger Gefahr, sie zu vergessen.

Beim Schreiben mit der Hand bist du fokussierter und beschäftigst dich nicht nur mit den Buchstaben, die du gerade zu Papier bringst, sondern auch mit Dingen, die damit in Zusammenhang stehen. Du bist nicht abgelenkt vom Suchen und finden der Buchstaben und Zeichen auf einer Tastatur, sondern ganz bei deinem Thema.

Die Schrift auf dem Papier im Bullet Journal ist endgültiger. Du kannst sie weniger leicht entfernen. Es gibt keine Entfernen-Taste wie auf der Tastatur. Dadurch gehst du konzentrierter ans Werk.

Das Geschriebene Wort ist verbindlicher. Du hast bereits eine gewisse Energie in das Aufschreiben gesteckt. Dadurch erhöht sich die Motivation, das Thema auch anzugehen und abzuschließen.

Mit Stift und Notizbuch bewaffnet bekommst du mehr mit, als mit einem Handy oder Tablet, das mit all seinen verlockenden Apps versucht, dich abzulenken.

Handgeschriebenes lässt sich nicht so leicht vervielfältigen und verbreiten. Du schreibst in dein Bullet Journal also in der Regel für dich selbst. Und da liegt auch der Fokus beim Bullet Journaling. Es geht um dich – um dein Leben und deinen Familienalltag.

Die schönsten Bullet Journals

Doch zunächst einmal möchte ich dir sagen: „Lass dich bitte nicht von perfekt gestalteten BuJos entmutigen“.

Gibt man den Begriff Bullet Journal mal bei Google ein findet man abertausende von Beispielen und Bildern. Ein Bullet Journal schöner, als das andere und Millionen von Möglichkeiten, ein Bullet Journal im Alltag zu nutzen. Das kann schon erstmal entmutigend wirken für alle, die es mit Kreativität und Gestaltung nicht so haben und noch nicht wissen, in welche Richtung sie gehen wollen. Dazu gehöre auch ich. Ich würde mich selbst zum Beispiel auch als unkreativ bezeichnen und stand zu Anfang auch erstmal wie der Ochs vorm Berg. Und gerade im Familienalltag fehlt ja oft auch die Zeit, sich intensiv in ein Thema einzuarbeiten oder sich in kreativen Malereien zu verlieren.

Aber das geniale ist, die Bullet-Journal-Methode ist ganz einfach. Wenn du einmal anfängst, kommst du ganz schnell rein. Und es muss gar nicht mit den wunderschönsten Verzierungen versehen werden. Das Bullet Journal soll dir den Alltag erleichtern. Es soll deine Gedanken, Termine und Verpflichtungen festhalten und organisieren und nicht selbst zu einer Verpflichtung werden. Ob es zu diesem Zweck schön gestaltet sein muss oder allein mit deiner alltagsüblichen Schrift auskommt, ist reine Geschmacksache.

Du kannst es also ganz minimalistisch nur mit Text führen oder dich kreativ darin ausleben und es wunderschön verzieren. Für viele ist wahrscheinlich ein Mittelding das Richtige: praktisch und hübsch.

Ein besonderes Buch

Was dein Bullet Journal aber in jedem Fall erfüllen sollte, ist, dass es dir Freude macht und du es gern im Alltag in die Hand nimmst.

Du kannst natürlich in jedem beliebigen Notizbuch starten. Wenn du dich aber für ein besonders schönes Notizbuch entscheidest, wird es dich besonders motivieren, es auch zu nutzen. Du solltest es gern in die Hand nehmen und gern darin Blättern.

Ich bin durch das von der FlyLady empfohlene Control Journal zum Bullet Journal gekommen. Zunächst hatte ich meine Zonenpläne und Routinen in einem einfachen A5-College-Block notiert. Meine Notizen waren ein einziges Geschmiere und wenn irgendwas nicht gepasst hat, fing ich an, Seiten herauszureißen und neu zu schreiben. Es war suboptimal.

Ich entschied mich also für ein richtiges Notizbuch, um so richtig mit einem Bullet Journal im Alltag durchzustarten. Das „Jungle Green“ 05 mit Punkteraster, Seiten für Index, Key und Future Log sowie Lesebändchen, praktischem Verschlussband und Innentasche.

Und das Gefühl dazu war plötzlich ein ganz anderes. Da lag nun dieses hübsche jungfräuliche Buch vor mir, das ich auf keinen Fall durch krakelige unüberlegte Notizen versauen wollte.

Und so begann ich vor dem ersten Strich erstmal zu überlegen und zu recherchieren. Was braucht ein Bullet Journal alles? Womit fang ich an? Welche Elemente möchte ich für meinen Familienalltag integrieren und wie baue ich sie auf?

Also allein schon die Art deines Notizbuches hilft dir, das Ganze bewusst und überlegt anzugehen, anstatt blind drauf los zu rennen.

Die Grundelemente eines Bullet Journals zur Planung des Alltags

Mein BuJo enthält von Haus aus schon ein paar Seiten mit vorgedruckten Überschriften. Das sind Seiten für Index, Key und Future Log.

Die aus meiner Sicht wesentlichsten Elemente für die Alltagsplanung im Bullet Journal sind der Future Log und die Wochen- bzw. Tagesübersichten. Viele führen auch eine Monatsübersicht. Diese hat sich für mich nicht bewährt, dennoch möchte ich alle die genannten Elemente einmal vorstellen.

Der Index

Der Index ist dein Inhaltsverzeichnis. Er soll dir dabei helfen, den Überblick zu behalten. In der Regel hat ein Bullet Journal keine festen Abschnitte und keine feste Reihenfolge, sondern alles wird hintereinander weg eingetragen. Fällt dir also heute eine Idee für die kommende Geburtstagsparty deines Kindes ein, schlägst du einfach die nächste freie Seite auf, versiehst sie mit einer Überschrift und notierst dir deine Gedanken zu dem Thema.

Immer, wenn du eine neue Seite in deinem Bullet Journal anlegst, nummerierst du sie und trägst sie in deinen Index ein.

Nehmen wir mal an, deine Geburtstagsplanung beginnt auf Seite 20. Der Geburtstag findet aber erst Monate später statt. Anstatt jetzt durch Blättern die Nadel im Heuhaufen zu suchen, schaust du nun einmal kurz in den Index deines Bullet Journals. Und zack, da steht es: „Geburtstagsplanung – Seite 20“.

Ich muss gestehen, ich nutze den Index in meinem Bullet-Journal-Alltag (noch) nicht. Meine Seiten sind bisher noch gut überschaubar und ich nutze andere Kennzeichnungen für wichtige Seiten. Die zeige ich euch gern ein anderes mal. Aber ich bin sicher, spätestens, wenn ich aus der Elternzeit in den Job zurückkehre oder sich mein BuJo weiter füllt, werde ich froh sein, dass es ihn gibt – den Index.

Wie so ein Index aussehen kann, das ist, wie alles im BuJo, ganz individuell. Reserviere am besten erstmal die ersten 3-4 Seiten in deinem BuJo für den Index. Ich zeige dir später in einem anderen Beitrag verschiedene Varianten.

Der Key

Der Key ist die Legende in deinem Bullet Journal. Hier werden alle Zeichen- und Farbcodierungen, die für deinen Alltag Sinn machen, sowie ihre Bedeutung notiert. Ich benutze Zeichen und Farben, um meine Einträge zu kennzeichnen, eher spartanisch. Aber wie viel oder wenig man das nutzen möchte, ist wie immer individuell. Es macht auf jeden Fall Sinn, dir im Key aufzuschreiben, welche Farben und Zeichen welche Bedeutung haben.

Ich nutze Farben in meinem Future Log. Blau für die freien Tage meines Schätzeleins und Lila für Kita-Schließtage. In meinen Wochen- und Tagesübersichten nutze ich ein paar wenige Symbole.

Bullet Journal im Alltag: der Key

Zugegeben, ich gehe da in meinem Bullet Journal mit einem sehr minimalistischen Beispiel voran. Mir reicht das so völlig aus. Ehrlich gesagt verzichte ich auch gern mal völlig drauf. Es macht mir im Alltag mehr Arbeit, als dass es mir nützt. Das kann für dich natürlich ganz anders sein. Wenn du ein neues BuJo anfängst, überlege dir also unbedingt einen Key und probiere es aus, bevor du ihn verwirfst. Du kannst natürlich auch noch mehr Symbolik verwenden. Vielleicht ein Kästchen für Aufgaben und ein Kreis für Termine, die du dann mit einem Häkchen, Pfeil, Kreuz oder ähnlichem als begonnen, erledigt, verschoben oder abgesagt markierst. Besonders wichtige Aufgaben und Termine kannst du zum Beispiel mit einem Sternchen kennzeichnen oder Geburtstage mit einem kleinen Päckchen.

Wenn du gern mit Farben arbeitest, kannst du deine Aufgaben, Termine und Notizen auch farblich entsprechend kennzeichnen und kategorisieren.

Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Schau einfach für dich, welche Symbole in deinem Alltag Sinn machen, schreib sie in den Key deines Bullet Journals und probiere dich aus.

Den Key kannst du dir auf die Innenseite deines Buchdeckels schreiben oder auf einem Zettel als Lesezeichen nutzen. Am besten so, dass du leicht drauf zugreifen kannst.

Jahresübersicht – Future log

Nachdem wir jetzt wissen, wie wir Seiten im Bullet Journal wiederfinden und welche Symbolik wir verwenden, kommen wir endlich zum Sinn der Sache: Die Planung und Organisation unseres Alltags.

Wie der Begriff Future Log schon sagt, wollen wir hier zukünftige Termine, Ereignisse und Aufgaben festhalten. Es ist deine Jahresübersicht, wie du sie sicher aus dem Kalender kennst.

Wenn du ein Bullet Journal für deinen Alltag startest, reservierst du dir also ein paar Seiten für den Future Log. Ich hatte zunächst mit der klassischen Variante von Ryder Carroll angefangen.

Dabei wird eine Doppelseite in 6 Abschnitte unterteilt. 1 Abschnitt entspricht 1 Monat und alle Termine, Aufgaben und Ereignisse werden einfach ohne besondere Struktur zu dem entsprechenden Monat geschrieben.

Etwa so:

Klassisches Future Log nach Ryder Carroll
Nochmal neu

Ich merkte aber schnell, dass mein Alltag mehr Aufgaben und Termine hat, als diese Art des Future Log aufnehmen kann und habe die Variante verworfen. Nun habe ich eine Doppelseite für 2 Monate.

Neues Future Log in meinem Bullet Journal mit mehr Platz für meinen Alltag

Dort kann ich jetzt Termine und Aufgaben einem konkreten Tag, einer Woche oder dem ganzen Monat zuordnen.

Das neue Future Log ist jetzt in der Mitte meines Bullet Journals. Das ist absolut OK so, aber der Schritt, das alte zu verwerfen und nochmal neu zu machen, fiel mir schwer. Am liebsten hätte ich mit einem neuen Notizbuch nochmal von vorn begonnen. Dass es nicht darum geht, alles perfekt zu machen, musste ich auch erstmal lernen.

Also gönne dir lieber gleich etwas mehr Platz, als zu wenig.

Und wenn du doch mal etwas verwerfen musst, keine Bange, tu es! Die Möglichkeit, jederzeit etwas Neues zu versuchen, das ist eines der größten Vorteile eines Bullet Journals gegenüber einem fertigen Kalender.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind auch beim Future Log wieder unendlich. Ein Mini-Kalender je Monat hat sich für mich aber auf jeden Fall bewährt. Wenn ich eine neue Woche plane, schaue ich einmal drauf und weiß sofort, welche Tage ich abbilden muss, ohne nachrechnen zu müssen.

Wenn dein Grundgerüst steht, trägst du alle dir schon bekannte Termine, Verabredungen, terminierte Aufgaben, Geburtstage Urlaube, Feiertage, Ferienzeiten usw. ein. Einfach alles, was du für deinen Alltag brauchst.

Monatsübersicht – Monthly log

Wenn du gerade ein neues Bullet Journal anfängst, kannst du als nächstes eine Monatsübersicht anlegen. Hier werden die Inhalte der Jahresübersicht nochmal auf Monatsebene heruntergebrochen.

Jetzt ist zum Beispiel gerade Mai. Wenn du magst, kannst du dir ein Deckblatt mit dem Schriftzug Mai gestalten.

Ansonsten nimmst du dir am Besten eine Doppelseite und bildest die Tage des Monats dort ab.

Muss ich hier nochmal erwähnen, dass die Möglichkeiten unendlich sind?

Wie schon gesagt, führe ich keine Monatsübersicht. Ich hatte für Januar eine in meinem Bullet Journal erstellt und dann im Alltag gemerkt, dass ich immer wieder vergesse, dort reinzugucken. Deshalb verzichte ich darauf.

Monatsübersicht in meinem Bullet Journal hat sich in meinem Alltag nicht bewährt

Übrigens arbeite ich viel mit Bleistift, anfangs, weil ich mein Notizbuch nicht gleich „versauen“ wollte, inzwischen, weil ich bei meiner Tagesplanung immer wieder nochmal Einträge tausche. Ich muss unbedingt mal die von Plansmeetlife erwähnten radierbaren Stifte ausprobieren.

Wenn ich heute nochmal eine Monatsübersicht in meinem Bullet Journal starten würde, würde ich vermutlich eher alle Tage untereinander und daneben meine Aufgaben und Termine des Alltags schreiben. Wenn man es so will, ist mein Future Log ja auch schon Jahres- und Monatsübersicht in einem.

Wochenübersicht – Weekly log

Hier scheiden sich die Geister. Der eine plant vielleicht gern die ganze Woche im voraus, der andere setzt sich lieber jeden Tag hin und plant den nächsten Tag.

Dementsprechend brauchst du vielleicht eine Wochenübersicht in deinem Bullet Journal.

Diese enthält, wie du sicher schon vermutest, alles, was die aktuelle Woche betrifft. Für Montag bis Sonntag alle Termine, Geburtstage, Aufgaben, Arbeits-Zeiten und so weiter und so weiter.

Viele notieren sich hier ihre Aufgaben und Termine je Tag und haben zusätzlich einen Abschnitt für Aufgaben, die in dieser Woche anstehen. Manche reflektieren ihre Gewohnheiten mit Trackern und integrieren hier vielleicht einen Abschnitt, um ihre Trinkgewohnheiten, Schlafzeiten oder anderes festzuhalten. Oder vielleicht gefällt dir auch ein Abschnitt für Notizen, wo du im hektischen Alltag schnell mal einen Gedanken festhalten kannst.

Naja du ahnst es, oder? Möglichkeiten…unendlich und so.

Tagesübersicht – Daily log

Wenn du lieber täglich planst, schreibst du dir das Datum des nächsten oder aktuellen Tages (falls du gern morgens planst) als Überschrift auf und darunter alles, was an diesem Tag anfällt.

Doppeltgemoppelt

Vielleicht merkst du jetzt – zu Recht – an, dass man Aufgaben und Termine ja nun doppelt und dreifach im Bullet Journal festhält. Ja so ist es und das hat durchaus seine Daseinsberechtigung.

Das Future Log bietet dir eine Gesamtübersicht. Immer wenn du im Alltag einen neuen Termin reinbekommst oder wissen willst, was an Tag x ansteht, reicht ein Blick ins Bullet Journal und du weißt Bescheid und kannst einen neuen Termin direkt eintragen.

Die Monatsübersicht gibt dir einen etwas kurzfristigeren Überblick. Hier kannst du auch etwas mehr in die Detailplanung gehen und überlegen, was dir in diesem Monat wichtig ist.

Beim Übertragen der Aufgaben und Termine in deine Wochen- oder Tagesübersicht, übertragst du sie quasi schon mit in dein Gehirn. Schon vor längerer Zeit gemachte Pläne werden jetzt präsent und du weißt nun genau, was an den kommenden Tagen ansteht und woran du denken musst.

So nutze ich das Bullet Journal im Alltag

So, jetzt kennst du die Grundelemente des Bullet-Journal-Systems und hast vielleicht schon eine vage Idee, wie du ein Bullet Journal im Alltag nutzen kannst. Da auch das sehr sehr individuell ist, zeige ich dir jetzt einfach, wie ich es mache. Vielleicht hast du ja Lust, dir was abzuschauen und es selbst mal zu probieren.

Daily-weekly-Hybrid

Als ich mein Bullet Journal aufsetzte dachte ich, ich brauch alles für meinen Alltag, Future log, Monthly log, Weekly log und Daily log. Mit allen 4 Modulen geriet ich aber schnell ins stolpern. Dass ich den Monthly log oft vergesse und streichen möchte, war schnell klar. Aber wie gehe ich mit Daily und Weekly log um? Erst eine Wochenübersicht erstellen und dann nochmal einzelne Tage planen erschien mir sinnfrei. Tatsächlich ist es so wohl auch nicht gedacht, sondern auf eine Monatsübersicht würde dann eher direkt die Tagesübersicht folgen, wenn man täglich planen möchte.

Naja, da mir das Wissen zu Beginn aber fehlte, entstand sowas wie ein Weekly-daily-Hybrid. Ich plane meinen Alltag im Bullet Journal also sowohl wöchentlich, als auch täglich.

Wochenplanung

Sonntags setze ich mich also mit meinem Bullet Journal hin und erstelle die Wochenübersicht für die kommende Woche. Manchmal hatte ich im Alltag schon Zeit und Lust vorzuarbeiten, dann steht das Grundgerüst schon.

Das Grundgerüst besteht aus den 7 Wochentagen und einem Abschnitt für Aufgaben, die in dieser Woche oder generell so anstehen. Ich nenne diesen Abschnitt gern Backlog.

Wochenübersicht: das Grundgerüst

Zur Überschrift gehört bei mir immer die Kalenderwoche, das Von-Bis-Datum und die aktuelle Zone. Was es mit der Zone auf sich hat, kannst du im Artikel über die FlyLady-Methode nachlesen.

Das Grundgerüst erhält in meinem Bullet Journal jede Woche ein anderes Layout. Die zeige ich dir gern später in einem anderen Beitrag.

Aufgaben übertragen

Im nächsten Schritt blättere ich in meinem Bullet Journal zum Future log. Termine aus dem Future Log schreibe ich mir erstmal mit Bleistift zum entsprechenden Tag. Aufgaben, die im Future Log der Woche zugeordnet sind, schreibe ich ins Backlog. In der ersten Woche des Monats schreibe ich mir auch noch die dem Monat zugeordneten Aufgaben ins Backlog.

Alle schon längerfristig für diese Woche geplanten Ereignisse hab ich nun auf jeden Fall auf dem Schirm.

Im nächsten Schritt gehe ich meine Wochenaufgaben durch. Jedem Tag habe ich verschiedene Haushaltsaufgaben zugeordnet. Die schreibe ich ebenfalls mit Bleistift zum entsprechenden Tag.

Jedem Tag habe ich feste Aufgaben zugeordnet

Zum Schluss übertrage ich noch alle unerledigten Backlog-Aufgaben aus der Vorwoche in das neue Backlog, sofern sie noch relevant sind.

Und damit ist meine Wochenplanung auch schon abgeschlossen.

Tagesplanung

Meine Tagesplanung mache ich jeweils am Vorabend. In meinem Alltag passt das gut. Jetzt habe ich genügend Ruhe dafür. Ich schnappe mir also mein Bullet Journal und ordne die bei der Wochenplanung notierten Aufgaben, die unerledigten Aufgaben vom Vortag und Aufgaben aus dem Backlog nun Tageszeiten zu.

Also mein Tag beginnt meist zwischen 7.00 Uhr und 7.30 Uhr, wenn die Kinder wach werden. Also trage ich für 7.00 Uhr meine Morgenroutine ein. Die dauert etwa eine Stunde, so dass ich ab 8.00 Uhr dann chronologisch die nächsten Punkte aus den Notizen der Wochenplanung einplane.

11.30 Uhr, 14.00 Uhr und 17.00 Uhr ist Zeit für meine Routinen. Diese trage ich immer an der Stelle in mein Bullet Journal ein. Meine Hausroutine wird auch täglich mit eingeplant. Immer dann, wenn ich irgendwo im Alltag ein 2-Stunden-Zeitfenster habe. Ich nutze zwar nicht immer ganze 2 Stunden dafür, aber die Zeit ist dann schonmal geblockt, um richtig was schaffen zu können.

Sind alle dem Tag bereits zugeordneten Punkte eingetragen, mache ich mit denen weiter, die ich am Vortag (also heute) nicht geschafft habe. Die wöchentlichen Haushaltsaufgaben übertrage ich nicht. Pech gehabt, die sind dann nächste Woche dran oder falls ich zwischendurch das dringende Bedürfnis verspüre, sie zu erledigen. Sind auch vom Vortag keine Aufgaben mehr zu übertragen, bediene ich mich aus dem Backlog und plane daraus Aufgaben ein.

Die Uhrzeiten

Wenn ich einen Termin oder etwas eintrage, wovon ich schon weiß, wie lang es dauern wird, trage ich die nächste Aufgabe zu der Uhrzeit ein, wenn ich voraussichtlich wieder zu Hause bin.

Allen anderen Aufgaben gebe ich jeweils eine halbe Stunde. Warum? Naja, wenn mir etwas keinen großen Spaß macht und keine Deadline dahinter steht, erlaube ich mir, die Aufgabe nach der halben Stunde abzubrechen und bin so viel motivierter, überhaupt anzufangen und viel fokussierter bei der Sache, weil ich weiß, es ist nur eine kurze Zeit.

Das ist dann auch schon alles an Planung.

Die Abarbeitung

Die im Bullet Journal geplanten Aufgaben wollen jetzt natürlich auch abgearbeitet werden. Nunja, ich liebe es, nicht über Alltagsdinge nachdenken zu müssen und deshalb stehe ich auch so auf die Uhrzeiten. Denn davon leite ich mir nun ab, welche Aufgabe ich als nächstes angehe. Aufgaben, die ich erledigt oder angefangen habe, schreibe ich jetzt mit einem permanenten Stift nach und markiere sie mit dem entsprechenden Symbol für „erledigt“, „verschoben“ oder „gestrichen“.

Ein Beispiel

Also spielen wir es mal durch.

Alltag in meinem Bullet Journal
  • Mein Alltag beginnt. Ich stehe auf und starte meine Morgenroutine.
  • Ist die erledigt, schaue ich auf die Uhr und ins Bullet Journal. Aha, 8.15 Uhr. Ich wollte Postkarten besorgen. Also mach ich mich auf den Weg und verknüpfe das direkt mit der Folgeaufgabe und gehe einkaufen.
  • Das dauert länger, als geplant und ich bin kurz nach 11 zu Hause. Also wäre die nächste Aufgabe Baldrian säen. Es regnet, also verschiebe ich die Aufgabe ins Backlog.
  • Die halbe Stunde kann ich jetzt als Pause vom Alltag nutzen oder eine noch offene Aufgabe erledigen. Ich entscheide mich, Unternehmungen für’s Wochenende und die nächste Woche zu planen und im Bullet Journal zu notieren. Einen Kuchen kann ich auch noch schnell backen.
  • Dann ist Zeit für die Mittagsroutine. Wir essen was und machen dann Mittagschlaf oder ruhen uns aus.
  • 14.00 Uhr geht die Große nochmal in den Kindergarten. Außerplanmäßig mache ich mit der Kleinen bis 16 Uhr noch ein Mittagschläfchen und erhole mich vom Alltag.
  • Dann holen wir die Große ab und gehen zum Kinderturnen.
  • Auf dem Heimweg wird so getrödelt, dass es dann schon halb 7 ist. Wir befinden uns also mitten in der Abendroutine-Zeit. Also was essen, duschen und Kinder ins Bett bringen.
  • Schätzelein hat Spätschicht und ich nutze die Ruhe am Ende des Tages, um im Haus noch etwas klar Schiff zu machen und den nächsten Tag im Bullet Journal zu planen.

Du siehst, obwohl ich mich mit den Uhrzeiten festlege, bleibe ich recht flexibel.

Reflexion am Abend
Alltag in meinem Bullet Journal: Abarbeitung der Aufgaben

Unerledigte Aufgaben erkenne ich nun am Abend sofort daran, dass sie noch mit Bleistift geschrieben sind. Diese (außer die Haushalts-Wochenaufgaben) übertrage ich jetzt in einen neuen Tag oder ins Backlog. Und dann plane ich den nächsten Tag.

Bei meiner abendlichen Planung reflektiere ich auch nochmal den Tag und beantworte für mich Fragen wie: „Was war heute lustig?“, „Was hat mich nachdenklich gemacht?“, „Wofür bin ich dankbar“. Wenn ich die übrigen Bleistift-Striche entferne, bleibt meist noch etwas Platz für Notizen dazu.

Bullet Journal: Reflexion des Tages

So plane und strukturiere ich meinen Alltag im Bullet Journal. An der ein oder anderen Stelle mag es euch vielleicht seltsam oder ineffektiv vorkommen, z.B. die Sache mit dem Bleistift oder mein „Tick“ mit den Uhrzeiten. Aber für mich funktioniert es so und es motiviert mich, die Dinge anzugehen und durchzuziehen. Und darum geht es. Das ist mein für mich funktionierendes System und jeder muss für sich seinen Weg finden.

Schau, was dich anspricht und inspiriert und probiere einfach aus. Was gut läuft, bleibt, was nicht, kannst du ja auch wieder verwerfen.

Wenn du noch mehr über die Bullet-Journal-Methode wissen willst, findest du bei punktkariert.de alles, was du für deinen Einstieg brauchst.

Neben der Strukturierung meines Alltags nutze ich mein Bullet Journal unter anderem auch noch zum Sparen, als Serientracker oder für die Gartenplanung. Wie ich das mache, zeige ich dir später in einem anderen Beitrag.

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